Seit 2008 arbeitet innerfields vor allem im öffentlichen Raum. Murals auf Fassaden in Städten wie Rom, Tel Aviv, Kiew oder Köln prägen die Bildsprache des Berliner Kollektivs. Architektur, Materialität und die Spuren der Zeit sind dabei wesentliche Bestandteile ihrer Arbeiten.
Obwohl innerfields immer wieder gebeten wurde, Werke auf Leinwand zu entwickeln, entstand dieser Schritt erst, als ein grob gewebter Leinwandstoff gefunden wurde, dessen Struktur an verwitterte Brandschutzwände erinnerte. Damit ließ sich die Materialität und Atmosphäre der Murals auf die Leinwand übertragen, ohne ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren.
Aus diesem Ansatz entstand die Werkserie Blindspot, eine der zentralen Arbeiten von innerfields. Sie beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen Mensch, Natur und einer zunehmend digitalisierten Welt. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, wie Technologien unsere Wahrnehmung verändern und welche Aspekte der Realität dabei in den Hintergrund treten.
Im Gegensatz zu den gemeinschaftlich entstandenen Murals und Canwalls bietet Blindspot den beiden Künstlern die Möglichkeit, sich individuell mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Jede Arbeit entsteht eigenständig und eröffnet Raum, persönliche Fragestellungen, malerische Techniken und individuelle Ausdrucksformen weiterzuentwickeln. So wird die Serie zugleich zum Experimentierfeld und zur persönlichen künstlerischen Position innerhalb des gemeinsamen Schaffens von innerfields.
Typisch für die Serie sind die weißen Leerstellen, die Bildschirme und digitale Geräte andeuten. Sie entstehen bewusst aus der klassischen weißen Leinwandgrundierung, die auf dem rohen Stoff sichtbar bleibt. Dieser unbemalte Bereich wird zum „Blind Spot“ – als Symbol für das, was wir ausblenden, und zugleich als bewusste, ungeschminkte Auseinandersetzung mit den Themen der Serie.

