Dieses Mural gehört zu den Arbeiten, für die wir zweifelhaften Ruhm geerntet haben. Damals wurden wir beide frische Väter und konnten von unserer eigenen Kunst nicht leben. Deshalb nahmen wir zunehmend Aufträge aus der Werbemalerei an. Die beiden Wände an der Warschauer Brücke mit einer Werbung für Panem waren einer davon.
Wir wussten damals nicht, dass das Mural von Blu für unseren Auftrag weggestrichen worden war. Wir gingen davon aus, dass es bereits weg war. Heute würden wir nicht mehr einfach einen solchen Auftrag annehmen und durchziehen, ohne zu hinterfragen, was dahintersteht. Wir hätten damals erkennen müssen, dass wir mit unserer Arbeit nicht einfach zwei freie Wände gestalten, sondern einen wichtigen Teil der Berliner Mural- und Street-Art-Geschichte übermalen. Dafür möchten wir uns entschuldigen.
Dieses Mural bleibt für uns ein ambivalentes Kapitel. Es war einer unserer ersten größeren Werbeaufträge, aber vor allem hat es uns gezeigt, dass nicht jede Wand nur eine freie Fläche ist – und dass wir als Künstler Verantwortung dafür tragen, was wir auf ihr hinterlassen.
Ein bedeutend unbedeutendes Mural.

