Die Entwicklung der Prints war für innerfields zunächst eine Herausforderung. Es ging nicht darum, einfache Kopien ihrer Arbeiten zu erstellen, sondern eine eigene Form der Reproduktion zu finden, die den Charakter der Originale bewahrt und gleichzeitig ein eigenständiges Werk entstehen lässt.
Aus dieser Idee entstand ein aufwendiger Prozess: Die Motive wurden zunächst mit Schablonen und Spraydosen auf ein der Leinwand ähnliches Papier aufgetragen – mit bis zu 20 Farbebenen. Anschließend wurde das Motiv als passgenaues Fotoraster im Siebdruckverfahren in einer dunklen Farbe darüber gedruckt. So wurden aus einfachen Schwarz-Weiß-Reproduktionen individuelle Arbeiten, in denen Farbe, Material und Prozess eine neue Bedeutung erhielten.
Bei den neueren Prints werden die Farbschichten ebenfalls im Siebdruckverfahren mit bis zu 16 verschiedenen Sieben umgesetzt. Als besonderes Material verwendet innerfields heute Loktapapier aus Nepal, ein nachhaltiges, handgefertigtes Papier aus der Rinde eines nachwachsenden Busches. Während der Corona-Zeit unterstützte das Kollektiv damit ein Familienunternehmen, das durch den Einbruch des Tourismus vor großen Herausforderungen stand.
Die besondere Struktur und Lebendigkeit des Papiers eröffnet neue Möglichkeiten in der farblichen Interpretation und macht jeden Print zu einer eigenständigen Arbeit – zwischen Reproduktion, Materialexperiment und künstlerischer Neuinterpretation.

