Studio

Reflections

Mit Reflections realisierte innerfields 2019 eine raumgreifende Installation im Rahmen des Berliner Ausstellungsprojekts The Haus. Das ehemalige Bürogebäude, das ursprünglich für den Abriss vorgesehen war, wurde für kurze Zeit zu einer der größten Urban-Art-Ausstellungen weltweit. Auf rund 10.000 m² gestalteten 165 Künstlerinnen und Künstler fünf Etagen mit ortsspezifischen Arbeiten und verwandelten das Gebäude in ein begehbares Gesamtkunstwerk.

Das Projekt bot innerfields den Raum, eine ihrer bislang aufwendigsten Installationen umzusetzen. Im Zentrum der Arbeit schwebt scheinbar eine einzelne Figur im Raum. Ihr weißes Gesicht ist vollständig auf das Smartphone gerichtet. Um sie herum erscheinen unzählige Spiegelbilder aus unterschiedlichen Perspektiven. Dafür wurde der Raum mit Wasser geflutet und mit großformatigen Glasscheiben ausgestattet, die ein komplexes System aus Reflexionen entstehen lassen.

Die vielfachen Spiegelungen wirken wie digitale Avatare der Hauptfigur – Abbilder einer Identität, die sich im endlosen digitalen Raum vervielfältigt und zugleich verliert. Reflections thematisiert die zunehmende Verschmelzung von realer und virtueller Existenz und stellt die Frage, wie sich unsere Wahrnehmung und unser Selbstbild im Zeitalter permanenter digitaler Präsenz verändern.

Mit dem Abriss von The Haus verschwand die Installation wieder – ganz im Sinne eines Projekts, das von seiner Vergänglichkeit lebte. Geblieben ist die Erinnerung an einen Ort, der für kurze Zeit zu einem der bedeutendsten Zentren zeitgenössischer Urban Art wurde.

With Reflections, innerfields created a large-scale installation in 2019 as part of the Berlin exhibition project The Haus. The former office building, originally scheduled for demolition, was temporarily transformed into one of the world’s largest urban art exhibitions. Across approximately 10,000 square meters, 165 artists created site-specific works on five floors, turning the building into an immersive total work of art.

The project gave innerfields the opportunity to realize one of its most ambitious installations to date. At the center of the work, a solitary figure appears to float in space, its white face completely absorbed by a smartphone. Countless reflections of the figure emerge from different angles. To create this effect, the room was flooded with water and fitted with large glass panels, forming a complex system of reflections.

The multiple reflections resemble digital avatars of the central figure, images of an identity that multiplies endlessly within digital space while simultaneously becoming lost. Reflections explores the growing fusion of physical and virtual existence, asking how constant digital presence is reshaping our perception and our sense of self.

When The Haus was demolished, the installation disappeared with it, fitting for a project defined by its temporary nature. What remains is the memory of a place that, for a brief moment, became one of the most significant centers of contemporary urban art.